Menschen
und andere Kuriositäten


DER SPIEGEL
2/2026
Was »Schulflüchtlinge« aus Deutschland nach Dänemark zieht
In Deutschland müssen Kinder in die Schule gehen, in Dänemark nicht. Familie Betz ist deshalb ausgewandert. Doch in der neuen Heimat freuen sich nicht alle über die neuen Mitbürger.
Osteuropa
Zerrissenes Land
Vor Ort in Moldau zeigt sich, wie Moskau und Brüssel um Einfluss ringen. Das kleine Land ist für die EU geostrategisch von enormer Bedeutung – Europa lockt deshalb mit einem riskanten Versprechen.
Chișinău/Orhei. Das Karussell steht still, der Eiswagen ist verschlossen, das Zirkuszelt menschenleer. Nur einige hungrige Straßenhunde streunen an den vielen Attraktionen vorbei, die der verurteilte Oligarch Ilan Șor im Norden der Republik Moldau hat aufstellen lassen.
„Orheiland“ ist ein Sinnbild dafür, wie stark russische und europäische Kräfte momentan um die Republik Moldau buhlen. Das kleine Land ist zu einem wichtigen Ort für die große Geopolitik geworden. Dort zeigt sich wie unter dem Brennglas, mit welchen Strategien die beiden Großmächte am Rande ihrer Einflusssphären um Zustimmung werben.
GOOD
IMPACT
DEZ
2024
Mitten im Schwarmschwirren
In Konstanz erforscht ein Professor die Regeln unserer Welt. Dabei hilft ihm die KI - und ein Schwarm Heuschrecken.
Die Heuschrecke weiß nicht, dass sie in der Matrix lebt. Sie weiß nicht, dass die Artgenossen um sie herum nichts weiter sind als computergenerierte Attrappen. Sie weiß nicht, dass sie das einzig lebende Wesen in diesem gigantischen Schwarm ist und dass all ihre Bewegungen, sogar ihre Gehirnfrequenzen, mithilfe von Sensoren aufgezeichnet werden.
Alles, was sie weiß, ist, dass sie laufen muss. Immer weiter, in Richtung eines unbekannten Ziels. Um zu überleben, um zu fressen und nicht gefressen zu werden. Sie fühlt sich als Teil eines Ganzen, eines Schwarms von Jungtieren, der sich ohne Anführenden in Bewegung setzt und nach geheimnisvollen Regeln funktioniert. Regeln, die wohl die Heuschrecke selbst nicht kennt, denen sie aber zu folgen weiß.

Gefangen im System
Wer aus dem Gefängnis entlassen wird, ist oft bald wieder drin. Obwohl der Staat vier Milliarden Euro jährlich für den Strafvollzug ausgibt.
Tilmar Fecker scheint zu groß für seine Umgebung. Mit fast zwei Metern Körpergröße, dem Harley-Davidson-Pullover und den tätowierten Armen wirkt er in seinem zehn Quadratmeter großen Zimmer mit den selbst gemalten Bildern fehl am Platz. Der Raum erinnert an eine Gefängniszelle. Aber er ist keine und das ist entscheidend.

Anfang Juli wurde Fecker aus der Haft entlassen. Drei Suizidversuche hat der ehemalige Zuhälter im Gefängnis hinter sich und doch: "In den ersten drei Tagen in Freiheit habe ich überlegt, ob ich freiwillig wieder zurück gehe".

In der Gefängniswelt kannte er sich aus. 17 Jahre seines Lebens hat er dort verbracht. Draußen war er überfordert. "Sie entlassen tickende Zeitbomben", sagt Fecker und meint damit auch sich selbst.
Digitales Storytelling
Manche Geschichten brauchen mehr als Worte

Social Media
Gefährlich dünn
Unter dem Label „Skinnytok“ werden Frauen dazu gedrängt, möglichst wenig Platz einzunehmen. Es geht dabei nicht um Schönheit, sondern vor allem um Kontrolle.

Abhängigkeit
An der Flasche
Fabian Weihrauch trank am Tag fast zwei Flaschen Korn. Dank einer Erkenntnis, die sein Leben veränderte, hörte er auf. Er weiß, wie weit verbreitet die Sucht ist.

Städte
Reichengegend
Um die leeren Kassen zu füllen, versuchen Kommunen, Wohlhabende anzulocken. Doch oft geht das schief. Was braucht es, damit Geld sich wohlfühlt?

Betrug
Goldfluch
Es begann mit einem Anruf am späten Abend. Dann folgte ein Krimi in den Untiefen des Goldmarkts – der am Ende eine überraschende Wendung nahm.
